brightest shadow
Donnerstag, 27. August 2015
Medienkunde 27.August.2015
Kommentar von Anja Reschke
Anja Reschke beschreibt sehr zynisch die Einstellung, die viele Leute,auf sozialen Plattformen wie Facebook oder Youtube kundtun. Sie kritisiert das Posten und mit 'Gefällt mir' markieren derartiger Beiträge in sehr umgangsprachlichen Tönen, was meiner Meinung nach schwer mit dem Layout des Videos kombinierbar ist. Die typische Nachrichtenkulisse und die sich im Vordergrund abspielende Darbietung.
LeNews
Der wesentliche Unterschied zwischen herkömmlichen und im regulären Fernsehen übertragenen Nachrichten und diesem Youtube Channel besteht nicht im Informationsgehalt, sondern in dessen Vermittlung. Während bei standardisierten Nachrichtensendungen auf eine deutliche Aussprache, korrekte Syntax und kompetentes Auftreten stets Wert gelegt wird, schert sich der Betreiber von LeNews nicht darum, wie er grade aussieht oder ob seine Wortwahl grammatikalisch korrekt ist.
Davon lebt diese Seite auch und macht sie gerade für User jüngeren Alters sehr attraktiv. Sie können sich mit ihm besser identifizieren als mit blondierten Nachrichtensprecherinnen in Hosenanzügen.
Dienstag, 23. September 2014
Die ungeschminkte Wahrheit von Sonntagen nach Partys
Mein Kopf fühlt sich an wie ein Klotz Blei.
Ich habe kaum drei Stunden geschlafen und als ich mich überwinde einen kurzen
Blick in den Spiegel zu werfen, bereue ich es kurz darauf zu tiefst und springe
unter die Dusche. Eigentlich hätte ich heute in Aarau auf der Eisbahn
trainieren sollen, so war es ausgemacht. Eigentlich soll ich in bereits 45
Minuten auf dem Bahngleis stehen, was mir meine Uhr grade erbarmungslos
offenbart und eigentlich würde ich mich am liebsten wieder ins Bett verkriechen.
Doch
dass ich gestern etwas zu viel getrunken, etwas zu wenig gegessen und viel zu
wenig geschlafen habe macht das Vorhaben und vor Allem dessen Umsetzung beinahe
unmöglich.
Schwermütig krieche ich nass und frierend
aus dem Badezimmer und stelle schockiert fest, dass mir noch genau 20 Minuten bleiben,
bis mein Zug abfährt. Also brause ich ohne
Schlittschuhe und ohne Trainingsklamotten aus dem Haus, um bei der Einfahrt des
Zuges festzustellen, dass ich mein Portemonnaie vergessen habe. Mist, ich kann
nicht mal mehr eine Zigarette rauchen. Ist sowieso ne bescheuerte Angewohnheit
– hätte nie gedacht, dass mir das mal passiert – ist doch widerlich. Ausserdem
ziemlich kontraproduktiv was meinen Sport anbelangt. Die Zugfahrt geht
ungewohnt schnell vorüber, was möglicherweise daran liegt, dass ich mit der
rechten Wange am Fenster klebend und wahrscheinlich halb sabbernd in eine Art
Trance gefallen bin und erst wieder erwache, als der Wagen zum stehen kommt.
Hoffe es hat mich niemand genau betrachtet. Und wenn schon. Schlimmer kanns ja
grade echt nicht werden.
Als meine Freundin mit dem Auto vor der
Haltestelle in Wohlen hält und den Kofferraum öffnet und mich erwartungsvoll
ansieht, versuche ich, ihr weiss zu machen, dass meine Schlittschuhe noch beim
Schleifen sind und bitte sie, mir zwei Franken auszuborgen. Ich kaufe mir im
Coop Pronto ein Wasser und überlege wie mein Abend verlaufen wäre, hätte ich es
auch gestern dabei belassen. Ich bin schlichtweg zu verkatert und zu müde um zu
trainieren, beziehungsweise war ich überhaupt zu faul in den Keller zu gehen
und meine Schuhe und die Trainingshose zu suchen. Somit erzähle ich ihr eifrig,
dass ich aber trotzdem mitkomme, um zuzusehen.
Sie erzählt mir, dass wir noch zwei
Freundinnen und den Bruder einer weiteren abholen müssen. Andreas. Man könnte
genau so gut sagen die Pest. Ein zwölfjähriger Junge mit schwerwiegendem ADS,
ADHS und das mit ungefähr 10 ‚H’s, der während der ganzen Autofahrt über
Waldmeister redet, obwohl er eigentlich Jägermeister meint. Ich weiss nicht,
was schlimmer ist, dass wir grade über Alkohol diskutieren, obwohl mir speiübel
ist oder dass dieses quasselnde Objekt nicht zu beruhigen ist. Ich wundere mich
jedes mal mit welcher Überzeugung seine Mutter uns weissmachen will, dass er
als Baby nicht ein einziges Mal vom Wickeltisch gefallen ist. Es könnten gut 20
mal gewesen sein. Das beste, was uns während der Reise nach Aarau dann
passieren konnte ist, dass er selbst auf die glorreiche Idee gekommen ist, ‚wer
kann am längsten schweigen’ zu spielen. Ich merke wie ich meine bereits
bekannte Position an der Fensterscheibe wieder einnehme und einschlafe.
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